Kein Lockerung in Sicht

7 Wochen Quarantäne und keine Lockerung in Sicht. Dennoch, es geht uns gut. Unsere Jobs sind derzeit sicher (und spannend), es fehlt uns an nichts und die Heimarbeit lässt sich immer noch gut ertragen—auch Dank unseres neuen Boules-Sets, das wir jetzt in den Mittagspausen zum Einsatz bringen. Nach anfänglicher Dominanz meinerseits hat C jetzt das Blatt gewendet und zock mich regelmäßig ab.

Dennoch haben wir einiges hinter uns, in den letzten Wochen. Die USA haben mittlerweile über eine Millionen bestätigte Covid-19 Fälle—mehr als jedes andere Land der Welt. Über 60.000 Tote gibt es mittlerweile zu beklagen. Der Gipfel war natürlich der Vorschlag Präsident Trumps, das Virus im Körper mit Desinfektionsmittel oder UV Licht zu bekämpfen. Tolle Idee, welcher aufgeklärte Mensch nimmt so eine Aussage denn für voll?  Denkste, die Telefonleitungen der bundesstaatlichen Gesundheitsämter liefen dennoch heiß. Was denn dran sei am Vorschlag, es mal mit Bleichmittel trinken zu probieren, wollten die Anrufer wissen? Da hat man keine Fragen mehr. Seitdem warnen die Chemiefirmen eindringlich. Wir haben unser Bleichmittel stattdessen verwendet, um unsere neue 200l Wassertonne zu desinfizieren, bevor wir sie mit Trinkwasser befüllt haben—als Erdbebenrücklage.

Hier in Kalifornien ist die Lage zum Glück weitgehend ruhig. Es heißt sogar, es gäbe jetzt mittlerweile genügend Tests. Überall werden jetzt Masken getragen, auf der Straße und in den Geschäften. Man nimmt das Virus ernst, und wir sind da keine Ausnahme. Diese Woche wurde die Shelter-in-Place-Order bis Ende Mai verlängert. Die Schulen machen vor den Sommerferien erst gar nicht mehr auf. Das ist natürlich hart für berufstätige Eltern, die jetzt ihre Kinder auch noch zu Hause unterrichten müssen, aber es ist eben auch konsequent.

Wir machen einfach das beste daraus und akzeptieren, dass wir im Großen und Ganzen nichts an der aktuellen Situation ändern können. Auch wenn uns manchmal zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, wir kommen immerhin sehr gut mit unserem Sprinter-Ausbau voran. Da die Tool-Library immer noch geschlossen hat, musste ich mir kurzerhand neue Werkzeuge kaufen. Ich nenne jetzt eine Kappsäge, eine Handkreissäge und eine Oberfräse mein Eigen. Damit gehen die Arbeiten jetzt aber auch unter der Woche weiter. Das erste Möbelstück, der Schrank für die Truma-Heizung und den Kühlschrank, ist beinahe fertig. Außerdem haben wir diese Woche fast die gesamte Fahrerseite mit Teppich verkleidet. Der Teppich macht unseren Camper richtig gemütlich—so gemütlich, dass wir am Mittwoch einfach ans Wasser gefahren sind und kurzerhand von dort gearbeitet haben. Wenn wir jetzt noch Solarstrom und Lithium-Batterien hätten… darum kümmere ich mich als nächstes.

Wie schön wäre es, wenn wir mit unserem Sprinter einfach in die Berge fahren könnten, etwas der phantastischen kalifornischen Weite genießen könnten. Und so hoffen wir auf den Juni—darauf, dass es auch in Kalifornien langsam erste Lockerungen geben wird. Wenn es soweit ist, werden wir bereit sein.

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