In the wild (at Arastradero Preserve, Palo Alto)

Alles gut

Heute wollte ich eigentlich nur mal wieder sagen: es geht uns gut. Während gerade der nächste Stapel von San Diego Bildern exportiert und für den Upload vorbereitet wird, bleibt Zeit für ein paar geschriebene Zeilen im Blog.

Der Frühling hat die Bay Area erreicht, aber noch nicht voll im Griff. Die ersten Nebelfelder hängen bereits über Daly City (was bald wieder täglich bis Ende des Jahres so sein wird) und tagsüber kann man die Jacke schon fast im Schrank lassen. Nachts ist es aber empfindlich kalt und unsere Wohnung kühlt sich auf 12°C – 13°C ab. C und ich können es kaum abwarten, bis die Nächte endlich wieder Camping zulassen und wir an den Wochenenden mit unserem Van los ziehen können. Bis es soweit ist verbringen wir unsere Zeit dann halt mit Mountainbiken und anderen Aktivitäten, wie z.B. Eishockey.

Letzten Samstag habe ich C’s Geburtstagsgeschenk eingelöst und wir waren bei den San Jose Sharks, um erstmals ein Hockeyspiel in der NHL zu bestaunen. Die Erfahrung insgesamt war schon sehr geil, vom Eisstadion, bis zu der unglaublichen Auswahl an Snacks und sogar Bier (am frühen Nachmittag). Für uns Deutsche immer noch schwer zu verstehen: warum muss vor jedem Spiel irgendein Heini die Nationalhymne zum besten geben? Selbstverständlich haben viele der anwesenden Fans mitgesungen. Das Spiel selber war leider nicht der Bringer. Es stand 0:0 nach regulärer Spielzeit und Verlängerung, so dass die Entscheidung im Shootout, 1:1 Torhüter gegen Feldspieler, fallen musste. Auch da trafen die Sharks nicht und verloren somit das Spiel. Lustig wars trotzdem, nur die Karten sind mit mindestens $80 sehr teuer – zu teuer für regelmäßige Besuche.

Am Sonntag waren wir Mountainbiken – das erste Mal in der Geburtsgegend des Mountainbikes. Wir hatten uns für eine Route mit fortgeschrittenen Niveau entschieden und wurden überrascht. Es ging sofort mit einem anspruchsvollen Singletrail los. Fette Steine und Wurzeln machten das Fahren schwierig. Etwas mehr als 2h ging es Hügel hinauf und hinunter, an Bächen und Bergkämmen vorbei, mit herrlichen Ausblicken über die Santa Cruz Mountains und sogar den Pazifik. C hat sich super geschlagen und überhaupt nie gejammert. Ihr neues Fahrrad, das ist natürlich vorher entsprechend getuned habe, hat es ihr dabei auch etwas leichter gemacht. Die Tour war super und es gibt noch viel mehr zu erkunden. Nächsten Sonntag dann…

Vom Superbowl und San Diego

Gerade ist der Superbowl zu Ende gegangen. Die San Francisco 49ers haben es nicht geschafft, die leicht favorisierten Ravens aus Balitmore zu schlagen. Schade, denn die Begeisterung in der Bay Area war enorm: In den letzten Tagen hat man praktisch nur Menschen in 49ers Outfits gesehen. Das Spiel war unheimlich spannend und interessant. Ich werde wohl noch zum Footballfan. C und ich haben zwar die erste Hälfte verpasst, weil endlich eine erste Mountainbiketour mit ihrem neuen Rad gemacht haben, aber wir wurden in der zweiten Hälfte durch eine tolle Aufholjagd der 9ers belohnt – leider umsonst.

Aber eigentlich wollte ich ja eh von San Diego reden und ein Fazit zum besten geben. San Diego ist eine richtig tolle Stadt! Da habt Ihr es. Wir hatten unheimlich viel Spaß, waren richtig gut essen und haben viel gesehen. Besonders angetan waren wir vom Gas Lamp Quarter, das durch historische Gebäude unter Denkmalschutz, sowie netten Bars und Restaurants glänzte. Von den allseits bekannten und üblen amerikanischen Ketten war weit und breit nichts zu sehen – super! Sehenswert ist auch die historische Old Town, in der man sich in den Wilden Westen am Anfang der Besiedlung Kaliforniens zurückversetzt fühlt. Etwas nördlich von San Diego gibt es kilometerlange Strände und das nette Städtchen La Jolla (gesprochen: la Hoia). Hier wohnen und urlauben die besser Betuchten im Süden Kaliforniens. San Diego besticht außerdem durch mehr Platz als San Francisco und, obwohl die 6. größte Stadt der USA, durch viel weniger Verkehr als in der Bay Area. Allerdings ist San Diego auch sehr viel touristischer: Der Norden erinnert etwas an die Ferienorte Griechenlands. Außerdem ist das Militär omnipräsent. Wer einmal Flugzeugträger und atomgetriebene U-Boote in Natura sehen möchte, ist in San Diego genau richtig. Die Stadt ist der Stützpunkt der amerikanischen Pazifikflotte.

Was hat meisten Spaß gemacht? Wir waren surfen, d.h. Wellenreiten! Obwohl das Wetter sonnig und das Meer mit gerade einmal 15°C auch nicht einladend warm war. Aber was soll ich sagen, mit Neoprenanzug bewaffnet haben wir uns dann doch mit einem Surflehrer in die Fluten geworfen. Und, es ging erstaunlich gut. C und ich haben es beim ersten Versuch aufs Brett geschafft – natürlich nur in der Gischt, denn die richtig großen Wellen (und ja, die gab es) erfordern dann doch mehr Können. Insgesamt waren wir 2 Stunden im Wasser, bevor uns die Füße abgefroren sind. Das Surfen hat so großen Spaß gemacht, dass ich es unbedingt wieder machen möchte und ich glaube kaum, dass ich C dazu überreden muss.

San Diego ist eigentlich so wie man sich Kalifornien vorstellt: Sonne, Strände, Palmen und Surfer. Die Stadt hat wirklich einiges zu bieten und sollte bei keinem Besuch in der Gegend ausgelassen werden!

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