Workend

Der Sprinterausbau geht weiter, denn wir haben ein großes Ziel: Am 4. Juli beginnt ein Viertageswochenende und wir wollen im Auto schlafen. Dafür haben wir die letzten drei Wochenenden durchgearbeitet—Workend statt Wochenende.Vor drei Wochen haben wir den Auszug für die Mountainbikes fertiggestellt. Wir haben eine Schublade gebaut, die man fast komplett aus dem Van ziehen kann, um die Fahrräder, nachdem man die Vorderräder entfernt hat, zu montieren. Die Gabeln werden eingespannt, dann schiebt man die Schublade einfach ins Auto und es kann losgehen. Jetzt könnten wir jederzeit ohne extra Fahrradträger losfahren, wenn wir denn Zeit zum Radfahren hätten. Die Schublade sieht super aus und funktioniert bestens, aber sie hat uns Nerven gekostet. Insgesamt vier Tage haben wir damit verbracht, sie zu bauen und zu montieren. Ständig gab es Kleinigkeiten, die nicht passten. Aber im Endeffekt hat sich die Arbeit gelohnt.

Vor zwei Wochen haben wir die Solaranlage auf dem Dach installiert. Das war ein ähnlicher Kraftakt wie die Fahrrad-Schublade, allerdings in luftiger Höhe. Zuerst haben alles mehrfach ausgemessen, dann zwei Aluminiumlatten zurecht gesägt und zig Löcher gebohrt, um die Solarpanels miteinander und mit den Latten zu verschrauben. Danach mussten wir erst drei Löcher ins Autodach bohren, um die Kabel für Solar und die LED- Markisenbeleuchtung (da staunt Ihr, was?) zu  verlegen. Ich habe noch nie Löcher in ein Auto gebohrt, aber es ging mir erstaunlich leicht von der Hand. Nachdem alles versiegelt und mit Gummidichtungsringen geschützt war, zogen wir die Kabel durch. Zum Abschluss klebten wir Plastikabdeckungen auf das Dach, die wir natürlich mit Silikon abdichteten. Jetzt war es an der Zeit, die Solarpanels zu montieren. Dafür mussten wir aber erst nach und nach alle Teile aufs Dach befördern, um sie dort zu verschrauben. C war auf dem Dach, ich auf der Leiter. Trotz meiner 1,90m musste mich richtig strecken, um alles zu montieren—und hatte in der Woche drauf Muskelkater in den Waden. Die Montage war anstrengend, aber die Bohrlöcher passten und am Sonntagabend waren die Panels auf dem Dach. Danach ging es essen, wie jedes Workend nach getaner Arbeit. Strom wird noch nicht produziert, denn wir haben noch keine Batterien.

Dieses Wochenende stand dann wieder Innenausbau an. Das Holz für das Bettgestell hatten wir bereits vor zwei Wochen zugeschnitten, jetzt wollten wir es montieren. Allerdings mussten wir davor erst die unteren Teile der hinteren Seitenwände verkleiden. C hatte bereits Schablonen aus Pappe vorbereitet, so dass wir schnell anzeichnen und sägen konnten. Ein paar Feinarbeiten hier, ein paar Feinarbeiten da und die erste Seitenwand war bereit für die Montage. Wir arbeiteten mit selbstschneidenden Schrauben, um nicht aus Versehen durch die Außenhaut zu bohren. Das ging ganz gut, obwohl nicht jede Schraube fasste. Dennoch, wir waren zufrieden mit unserer Arbeit. Nachdem wir die einzelnen Rahmen des Bettgestells verschraubt hatten, ging es zurück ins Auto. Leider fiel uns schnell auf, dass die Schrauben, um das Gestell mit dem Fußboden zu verschrauben, etwa 5mm zu lang waren. Das war ärgerlich, denn so waren wir um den Erfolg unserer Arbeit gebracht. Ohne die richtigen Schrauben, konnten wir das Bettgestell nicht fertigstellen.

Dennoch, wir haben viel geschafft in den letzten drei Wochen und werden ziemlich sicher unser Ziel erreichen. In zwei Wochen fahren wir in die Sierra campen und schlafen erstmals auf einer richtigen Matratze mit den Froli-Bettfedern in unserem Sprinter. C hat sich die Zeit genommen, um einen richtigen Projektplan für den Ausbau zu erstellen. Dass wir noch viel zu tun haben, wussten wir vorher. Jetzt haben wir aber einen besseren Überblick darüber, was uns erwartet. Es wird noch ca. 16 Wochenenden dauern, um am Ziel zu sein. Aber dafür schaut der Berg des Ausbaus nicht mehr so groß, so hoch aus—denn wir haben ihn in Häppchen zerlegt.

 

Schaffe, Schaffe…

Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen unseres Sprinterausbaus. Ich habe noch nicht viel über unser Projekt geschrieben, denn es ging bisher nur langsam voran. So ein Ausbau ist kompliziert. Irgendwie hängt alles ganz schnell mit allem zusammen. Zum Beispiel kann man die Wände nicht verkleiden bevor die Isolierung drin ist und die Kabel „unter Putz“ verlegt sind. Bevor man allerdings Kabel verlegen kann, muss man den elektrischen Plan fertig haben. Und dafür muss man wissen welche Verbraucher man wo vorzusehen hat. Dafür muss dann wiederum der Grundriss stehen. Alleine an der Elektrik habe ich Monate getüftelt, YouTube-Videos geschaut, Blogs gelesen und Pläne gemacht. Dreimal haben wir die Verkabelung im Auto verändert, bevor wir uns sicher waren, dass alles passt. Damit war dann allerdings der Weg für den ersten Schritt der Verkleidung.

Am Samstagmorgen ging es los. Nach einem kurzen Ausflug zum Baumarkt und der Berkeley Tool Library begannen wir damit, die Kabel mit Kabelbindern zu sichern, damit sie später nicht bei der Fahrt schlagen. Unser Ziel war es, die hinteren Wände mit Reflectix, einer hitzereflektierenden Alufolie, zu verkleiden und alle Spalten mit Alu-Tape abzukleben. Dadurch entsteht eine Feuchtigkeitssperre—Warme, feuchte Luft kann nicht mehr an den Außenwänden kondensieren. Bevor wir allerdings anfingen das Reflectix zu verkleben, mussten wir erst noch unser neuestes Tool ausprobieren: Ein Gerät um Einnietmuttern zu setzen. Unser Van soll später auch Oberschränke in der Küche und im Wohnbereich bekommen. Die müssen natürlich richtig befestigt werden. Die Einnietmuttern (was für ein Wort) in entsprechend große Löcher gesetzt und dann mit dem Tool zusammengezogen. Übrig bleibt eine Niete mit einem Gewinde. Damit halten die Oberschränke bombenfest.

Nachdem die Nieten gesetzt waren, ging es endlich mit dem Reflectix los. C war schon seit Monaten scharf auf diese Arbeit—wahrscheinlich weil der Fortschritt so gut zu sehen ist. Während bisher der größte Teil des Projektmanagements in meinem Kopf stattfand, brachte C in den letzten Wochen mehr Struktur in die Planung. In vier Wochen wollen wir mit dem Sprinter campen fahren und am liebsten in einem richtigen Bett schlafen. Von diesem Ziel wird jetzt knallhart und fokussiert zurückgearbeitet. Zurück zum Reflectix: Am Samstag hatten wir die Beifahrerseite fertig, am Sonntag dann die Fahrerseite. Jetzt sie der Sprinter ein bisschen aus wie eine Raumstation. Nur, dass die Kabel einfach aus der Wand hängen. Abends haben wir dann noch unseren Montainbike-Schublade fertig gemacht und zur Probe mit ein paar Latten ins Auto gelegt. Jetzt kann man den Grundriss schon deutlich erkennen.

Nächste Woche kommt vielleicht unsere Thule-Markise. In dem Fall planen wir die Markise und unsere Solarpanels zu montieren und damit das Dach fertig zu machen. Danach stehen die Endmontage der Fahrradschublade und der Aufbau des Betts an. Vielleicht schaffen wir es ja, am langen Wochenende des 4. Juli erstmals im neuen Bett zu schlafen. Es gibt noch viel zu tun, aber wir sind stolz auf das, was wir dieses Wochenende geschafft haben.

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