Goodbye Truckee

7 Jahre lang war unser weißer GMC Safari Van ein treuer Begleiter auf unseren Touren durch Kalifornien. Mit der Anschaffung des Mercedes Sprinter war uns allerdings klar, dass der Zeitpunkt kommen würde, an dem wir uns von “Truckee” trennen würden. Zweit Autos, der Tesla und der Sprinter, reichen uns völlig aus. Zudem häuften sich in letzter Zeit die Reparaturen bei Truckee. Es war Zeit: Vor zwei Wochen haben wir Truckee verkauft.

Der Abschied ist uns nicht leicht gefallen, denn mit Truckee verbinden wir viele schöne Erinnerungen. Auf unserer ersten großen Campingreise in den USA hat er uns bis zum Yellowstone Nationalpark gebracht. Dabei diente er uns nicht nur als Transportmittel, sondern als Tiny-Home—ein Stück Zuhause, egal wo wir gerade unterwegs waren. Wir froren im Yellowstone und schwitzten im Valley of Fire. Wir machten die Westküste der USA unsicher und fuhren über Portland bis nach Seattle. Wir besuchten den Grand Canyon und mehrfach den Yosemite-Nationalpark, von dem ich auch heute noch sage, dass er mir niemals überdrüssig sein wird. Truckee war immer dabei. Niemals hat er uns im Stich gelassen. Und nicht nur uns: Viele unserer Besucher waren ebenfalls mit Truckee unterwegs. Meine Eltern haben ihre erste gemeinsamen Campingtour mit Truckee unternommen. Nachts im Auto schlafen, das war für die beiden Neuland. Ich weiß noch, wie sie damals los fuhren und ich mich fragte, ob die Aktion jetzt ein voller Erfolg oder ein Desaster sein würde. Aber Truckee hat auch ihnen gefallen. Es blieb nicht beim einen Mal.

Truckee war mehr als ein treuer Begleiter, er war unser Aushängeschild. Unsere Freunde konnten es lange nicht fassen, dass wir einen weißen Van mit getönten Scheiben fuhren—einen echten Rape-Van (wie man hier so schön sagt). Rape-Van deshalb, weil die Gangster in amerikanischen Filmen immer mit unauffälligen, weißen Vans zuschlagen. Uns hat Truckee Glück gebracht. Und heimlich haben sich unsere Freunde auch immer gefreut, wenn wir mit Truckee losgefahren sind, um zu acht am Marathon in Big Sur oder am Wahlkampf für die Demokraten teilzunehmen. 

Jetzt hat Truckee ein neues Zuhause, in Santa Cruz. Eine Hundetrainerin hat ihn erworben. Jetzt freuen sich ihre Jungs (Hunde) über das großzügige Platzangebot. Zum Abschied haben wir ihr nochmal erklärt, dass Truckee einen Namen hat. “Keines meiner Autos hatte jemals einen Namen”, entgegnete sie. Eine Woche später kam die SMS: Sie sei völlig begeistert von Truckee. Das war ja auch nicht anders zu erwarten.

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