Redwood State Park

Mit dem Ende der Skisaison beginnt traditionell die Campingsaison in Kalifornien. Zum Glück bucht C immer 6 Monate im Voraus nette Campingplätze, so dass wir nur das Auto bereit machen und losfahren müssen. Dieses Wochenende hat es uns weit nach Norden, beinahe an die Grenze nach Oregon verschlagen – in den Redwood State Park. Während im King’s Canyon bekanntermaßen die größten Bäume der Welt stehen, gibt es an der Küste Nordkaliforniens die höchsten Bäume der Welt zu bestaunen.

Freitagabend ging es los, zuerst in Richtung Ukiah, um mit unserem Kumpel Sven, der dort Rettungshubschrauber fliegt (Rufzeichen Seven), zu Abend zu essen. Seven empfing uns gebührend, hatte lokalen Fisch zubereitet und ein lokales Pils organisiert. Am nächsten Tag machten wir uns nach dem Frühstück auf nach Norden zu unserem Campingplatz. Dieser lag wunderschön am Meer, nachdem wir 5 Meilen auf einer Schotterpiste bewältigt hatten. Nur das Wetter spielte nicht mit. Die Sonne ließ sich das ganze Wochenende nicht blicken. Dafür gab es ausreichend Nebel. Fast wie an der Nordsee!

Natürlich haben wir trotzdem die Zeit an der frischen Luft genossen. Was gibt es besseres, als draußen zu kochen und zum Abendessen eine mitgebrachte Flasche Wein zu entkorken? Am Sonntag unternahmen wir eine 20km Wanderung quer durch den Park und zurück durch den berühmten Fern Canyon – einem Canyon, dessen Wände dicht mit Farn bewachsen sind. Überhaupt war die Vegetation im Park schon beinahe Regenwald-artig, mit Ausnahme der wenigen alten Redwoods, die von den Holzfällen verschont wurden. Die Wanderung war lang, aber schön und nicht besonders anstrengend. Geschwitzt haben wir trotzdem. Gut, dass es auf dem Campingplatz kostenlose Duschen gab. Schlecht, dass diese so arschkalt waren, dass meine Vater als Anti-Warmduscher seine helle Freude daran gehabt hätte. Wir haben trotzdem geduscht, die Zähne zusammengebissen und sogar Haare gewaschen. Zur Belohnung gab es abends Gemüsecurry und ein kaltes Bier.

Am Montag stand schon wieder die Heimreise an. Wir erwachten im Nieselregen, zogen aber unser Frühstücksprogramm mit Kaffee und Brötchen stoisch durch – anders als unsere amerikanischen Campinggenossen, die schnell zusammenpackten und Reissaus nahmen. Nach 6h Fahrt und einer schnellen Wanderung zur Auflockerung waren dann auch wir abends wieder zu Hause. Und so gerne ich campen gehe, eine heiße Dusche und ein kuscheliges Bett sind schon etwas feines.

Hood River

Letztes Wochenende haben wir unsere Freundin Sarah in Hood River, Oregon besucht. Nach einigen Jahren in Santa Rosa hat es sie zurück in ihre Heimat gezogen. Das ist für uns irgendwie komisch, denn es ist das erst Mal, dass jemand, den wir hier in der Bay Area kennengelernt haben weg zieht. Außerdem hat Sarah bei Marmot gearbeitet und uns immer mit den neuesten high-tech Klamotten und Ausrüstungsgegenständen versorgt. Rundum ein herber Verlust!

Hood River liegt ca. eine Stunde östlich von Portland und ist eine aufgeweckte Kleinstadt voller Outdoor-Enthusiasten. Skifahren? Eine gute Stunde entfernt. Wassersport? Der Columbia-River macht alles möglich, von Segeln bis Kitesurfen. Wandern? Mountainbiken? Ihr versteht schon, worauf ich hinaus möchte. Außerdem gibt es in dem Ort eine Vielzahl von Brauereien, Restaurants und sogar, etwas außerhalb, Weingüter. Und die Columbia River Gorge ist einfach atemberaubend schön. Wenn man jetzt noch dazu rechnet, dass es in Oregon keine Mehrwertsteuer gibt, die Lebenshaltungskosten insgesamt deutlich niedriger sind als bei uns und die Menschen offensichtlich alle tiefentspannt sind, kann man sich relativ schnell vorstellen, hier zu leben. Sogar eine gute Bäckerei haben wir schnell gefunden – allerdings auf der Washingtoner-Seite, denn der Fluss trennt Oregon und Washington.

Leider hat es fast das gesamte Wochenende über geregnet. Wir haben das beste daraus gemacht, waren am Samstag erstmal brunchen und danach auf dem Cider-Fest. Dort gab es live Musik, Folksfeststimmung und natürlich Cider. Von sehr abgefahren, z.B. mit Jalapeño, bis traditionell lecker war alles dabei. Sonne und Regenschauer wechselten sich alle paar Minuten ab. Wir fanden Zuflucht im Festzelt. Abends testeten wir die Restaurantszene in White Salmon, Sarah’s neuem Wohnort und waren angenehm überrascht. Am Sonntag machten wir eine morgendliche Wanderung und besuchten am Nachmittag das Columbia Gorge Discovery Museum. Ganz interessant, kein Muss, aber was macht man sonst bei nun strömendem Regen? Außerdem gab es dort eine Raubvogelshow, bei der es einen Red Tail Hawk und eine Eule zu sehen gab. Beide Tiere waren beeindruckend und elegant, aber die Eule hatte es uns dreien allerdings richtig angetan.

Am Montagmorgen ging es dann zurück nach Oakland und dann gleich ins Büro. Hood River ist nett. Wir kommen wieder! Und sei es nur, um die Aussicht auf die Columbia Gorge von Sarahs Elternhaus zu genießen.

Menü schließen