Forward in Reverse

Unser Van hat immer mal wieder Probleme mit der Bremse, vor allem bei hohen Geschwindigkeiten. Dann ruckelt und vibriert mitunter das gesamte Fahrzeug und fühlt sich richtig schwammig an. Das ist nicht toll, denn so wie die Menschen hier fahren, muss man auch spontan mal richtig drauf treten können, um schlimmeres zu verhindern.

Wir waren deswegen schon mehrfach in der Werkstatt. Es wurden der Bremszylinder, Scheiben und Beläge getauscht und die Trommelbremsen hinten neu eingestellt. Und gerade diese Trommelbremsen machen Ärger. Den Dialog mit dem Mechaniker kann ich Euch unmöglich vorenthalten.

Mechaniker: Benutzen Sie das Auto vor allem, um vorwärts zu fahren?
C: Wie bitte?
Mechaniker: Na, fahren sich mit dem Auto eher vorwärts oder rückwärts?
C: Vorwärts natürlich!
Mechaniker: Aha, genau da ist der Haken. Die Trommelbremsen stellen sich nur nach, wenn man rückwärts fährt – oder die Fussbremse verwendet.
C: Das ist nicht Ihr Ernst.
Mechaniker: Doch, daher kann ich Ihnen nur empfehlen, immer wieder auch mal rückwärts zu fahren und ordentlich zu bremsen, vor allem wenn die Probleme wieder auftreten.

Eine schnelle Recherche im Internet bestätigte dann tatsächlich diese Aussage. Es wird einem sogar geraten, mit 30 kmh rückwärts zu heizen und eine Vollbremsung hinzulegen. Seitdem versuchen auch wir mehr rückwärts zu fahren, aber ganz ohne Vorwärtsfahren kommen wir dann doch nicht aus.

Es wird, im Garten

Der Sommer geht dem Ende entgegen, was für uns in der Bay Area bedeutet, dass es jetzt noch einmal richtig warm wird. Die Zeiten des Sommernebels sind vorbei. Dieses Wochenende kletterten die Temperaturen auf über 30°C. Zum Glück ist unser Garten mittlerweile richtig gut in Schuss, denn bei so viel Sonne möchte man doch gerne viel Zeit draussen verbringen. Vor zwei Wochen haben C und ich die ca. 10 qm große kleine, bodennahe Holzterrasse fertiggestellt. Wir haben das gesamte Projekt selber geplant und umgesetzt – von den Betonblöcken, die als Fundament dienen, den längs- und Querbalken, die der Terrasse ihre Struktur geben, bis zu den Planken aus tropischem Batu Holz (ähnlich dem in Deutschland gerne verwendeten Bangkirai). Wie immer, wenn man etwas zum ersten (und möglicherweise letztem) Mal angeht, ist die Lernkurve steil. Allerdings sind C und ich mittlerweile ein eingespieltes Team was Basteleien am Haus angeht. Das hat sich am letzten Arbeitsschritt, dem befestigen der Batu-Planken wieder gezeigt. C malte mit einer Schablone und zahlreichen Winkeln die Bohrpunkte vor – ich bohrte und schraubte dann. Batu ist so hart, dass man unbedingt vorbohren muss. In der Tat verschliss ich für 21 Bretter und 2 x 7 x 21 = 294 Schrauben (plus Seitenteile) 2 Senkbohrer. Der dritte hielt dann durch. Dazu kommt, dass die Bretten ob der nächtlichen Feuchtigkeit nicht mehr ganz gerade waren und wir zum Teil ganz schön biegen und drücken mussten. Das Endresultat kann sich dennoch sehen lassen und ist auch richtig stabil. Der Garteneinweihungsfeier steht also nichts mehr im Weg.

Letztes Wochenende haben wir dann noch 10 Steinplatten als Gehweg um das Haus herum verlegt. Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Aussendusche für die Saunagänge und die Hochbeete, damit wir endlich eigene Tomaten, Gurken, Salat, oder wer-weiß-was-auch-immer anbauen können. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal auf eigene Tomaten freuen würde, aber jetzt ist es soweit. So fühl sich das also an, wenn man alt wird. Andererseits ist es auch fraglich, wieviel Gemüse uns die Waschbären, Possums und Eichhörnchen überhaupt ernten lassen würden. Um die Feigen streiten wir uns bereits.

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