Langes Wochenende

Dieses Wochenende haben wir drei Tage frei. Am Montag ist Memorial Day und Feiertag. Auch für C, der erste übrigens seit dem 01.01. Am Memorial Day wird der gefallenen Soldaten der Vereinigten Staaten gedacht und am Soldatenfriedhof in San Bruno ist jedes einzelne Grab mit einer amerikanischen Flagge geschmückt. Uns interessierte Memorial Day allerdings eher wegen der vermeintlichen Sonderangebote. Denn wir waren scharf auf einen neuen Grill.

Nach wochenlangen Recherchen war klar: Es muss der Weber Genesis E-330 mit extra Sear-Burner sein. Nicht nur wegen des Namensdrucks aus Bösinghoven, sondern weil alle Tester begeistert waren. Schwarz hat ja jeder, also warum nicht kupferfarben? Ich erspare Euch die technischen Details (BTU, etc.), aber dieses Monster hat drei Hauptbrenner, plus einen kleineren, um konzentriert noch mehr Hitze auf der linken Seite zu erzeugen. Wir haben ihn am Freitag gekauft, allerdings ohne einen besonderen Preis bekommen zu haben, und dann abends gleich zusammengebaut. Dabei ist uns vor allem aufgefallen, wie robust der Weber gebaut ist. Alles ist aus Stahl und der gusseisernen Grillrost wiegt gefühlte Tonnen. Dementsprechend  hält er die Hitze gut, verdammt gut sogar. Heute Abend gab es als ersten Test Würstchen, Lachs und Spargel und nachdem ich den Weber auf 350°C vorgeheizt hatte, versengte es mir glatt die Härchen auf meinen Fingern, als ich den Deckel anhob. Fotos gibt’s weiter unten.

Vor dem Grillen waren wir noch etwas unterwegs mit den Mountain Bikes und zwar in den Marin Headlands. Ich wollte schon immer mal in Marin Radfahren, bei Sammy Hagar vor der Hautür, mit Blick auf den Pazifik und vielleicht die Golden Gate. Es war phantastisch! Zuerst trübten der typische Sommernebel und ein fieser Stau bei der Anfahrt noch das Vergnügen, aber nach der halben Strecke kam die Sonne raus. Wir quälten uns drei Berge und 713 Höhenmeter hoch, bewältigten insgesamt 17,93 km und genossen die Trails. Falls es Euch interessiert, hier ist unsere Tour auf Google Maps:

Hochzeit, Besuch, Sonstiges

Post 193. Langsam aber sicher nähere ich mich der 200er Marke. In letzter Zeit war einiges los bei uns.

Wie Ihr schon auf den Fotos gesehen habt, waren C und ich vor etwas über einer Woche auf unserer ersten amerikanischen Hochzeit eingeladen. Jack und Camille haben geheiratet und wir waren doch etwas überrascht über die Einladung, da wir die beiden noch gar nicht so lange kennen (über Phil und Katy). Egal, es war wirklich sehr nett auf dem Anwesen seines Vaters und den ein oder andern Unterschied zu deutschen Trauungen haben wir auch ausmachen können. Es gibt 5 Brautjungfern und Trauzeugen, die alle unisono gekleidet sind, die Zeremonie kann überall stattfinden (nicht nur auf dem Standesamt) und insgesamt ist alles viel pompöser.

Außerdem hatten wir noch Besuch von Jeanine, die wir auf unserer Afrika-Tour kennengelernt haben, und ihrem Freund Sven. Für beide war es das erste Mal in Kalifornien und sie haben einen Roadtrip der Extraklasse hingelegt: SF, Los Angeles, Death Valley, Las Vegas, Grand Canyon, Monument Valley, Bryce Canyon, Yosemite, SF. Dabei sind sie auch noch richtig schön braun geworden. C und ich haben gelernt, dass es sich schon empfiehlt, Campingplätze vorzubuchen, denn überall war es ziemlich voll. Am Grand Canyon und im Yosemite war es nachts außerdem noch empfindlich kalt, sprich knapp über 0°C. Mit uns gab es natürlich die San Francisco und erstmals die Silicon Valley Tour – von der HP Garage über Stanford zum Googleplex. Sven und Jeanine haben ihren Urlaub in Kalifornien offensichtlich sehr genossen und waren heute morgen um kurz vor 6 Uhr doch etwas wehmütig, als es zum Flughafen ging.

So und was gibt es sonst noch? C hat eine neue Arbeitskollegin, die gerne laufen geht – jeden Tag. Gestern sind die beiden eine knappe Stunde in der Mittagshitze von Berkeley gejogged. Wenn das so weiter geht ist C bald richtig fit und ich muss mich strecken. Ich verbringe immer noch viel Zeit zu Hause und damit Leute zu treffen, denn ich darf nach wie vor nicht arbeiten. Bonobos ist mittlerweile komplett abgehakt. Ich lese noch Emails, habe aber meinen Rechner abgegeben und muss nicht mehr ins Büro. Schön wars, aber jetzt bin ich auch bereit für das nächste Ding!

Camping am Mt. Diablo

Fernab vom Interviewstress liegt der Mt. Diablo, ein bereits von den Indianern als heiliger Ort verehrter, knapp 1.150 Meter hoher Berg in der East Bay. Nachdem wir Sven und Jeanine für einige Tage zu Besuch hatten und diese dann auf ihre eigene Kalifornientour (und Nevada und Arizona und Utah) aufgebrochen sind, hat uns das Campingfieber gepackt. Anfang Mai kann man ja auch langsam mal an-campen. Da traf es sich gut, dass die beiden unseren Kocher und einige andere Ausrüstungsgegenstände nicht mitnehmen wollten. Also schnell am Samstag alles in den Bus geräumt und los ging es.

Nach einer guten Stunde waren wir auch schon da, am Mt. Diablo. Der letzte Stellplatz für die Nacht ging auch an uns – nicht selbstverständlich ohne Reservierung. Bereits der Campingplatz lag in luftiger Höhe und unser Safari hat ordentlich gesoffen bei der Auffahrt (20l+). Im Camp selber war schnell ein netter Platz gefunden, der allerdings in der prallen Sonne lag und außerdem in besorgniserregender Nähe eines Junior-Pfadfinderlagers. Das sollte sich noch rächen.

Und es war heiß. Bei über 30°C im Schatten erkundeten wir erstmal die Gegend, erklommen den Sentinel, an dem geklettert wurde, und bahnten uns den Weg an Höhlenfelsen und wüstenähnlichen Büschen vorbei. C hatte am Klohäuschen bereits erfahren, dass es auch Klapperschlangen in der Gegend gibt – wir bekamen zum Glück keine zu Gesicht. Abends wurde natürlich gekocht und wir mussten den 5-10 jährigen Kindern erklären, warum wir in so einem kleinen Auto wohnen. Wir wurden immer wieder knallhart angesprochen, ganz anders als jemals in Europa. Zu unserer leckeren Pasta (die Jungs bekamen natürlich Burger) hätten wir auch gerne Bier getrunken, aber im Camp galt strengstes Alkoholverbot. Das hieß für uns natürlich: die Dunkelheit abwarten und dann schnellstens das Gesetz brechen. Ich bin kein Alkoholiker, aber irgendwie gehören ein Bier oder Wein doch dazu, wenn man gemütlich isst.

Am nächsten Tag wurden wir von der Rasselbande bereits so früh geweckt, dass wir kurzerhand Reißaus nahmen, gen Gipfel des Mt. Diablo fuhren und dann in Ruhe frühstückten. Dabei kam auch das phantastische Fußball-Piep-Ei meiner Eltern zum Einsatz, welches mit den Frühstückseiern gekocht wird und dann den Garheitsgrad musikalisch angibt – z.B. mit der deutschen Nationalhymne (weich), oder Stadionhymnen (mittel). Haben wir gelacht: mitten in der kalifornischen Wildnis und die Nationalhymne spielt.

Auf dem Berg wurde dann 2h durch wunderschöne Natur gewandert, obwohl das Wetter umgeschwungen war und nun mit Pulli und Windjacke unterwegs waren. Egal, das war ein würdiger Anfang für die Campingsaison.

Wieder da!

Liebe Freunde und Familie,

es war sehr schön, Euch alle in Berlin zu treffen. So schön, dass es eigentlich so war wie früher bzw. immer. Ich glaube ein besseres Gefühl kann es nicht geben, wenn man ein Jahr im Ausland war. An alle die, mit denen das Treffen nicht geklappt hat: schade, aber es macht nichts. Kommt uns einfach hier besuchen, oder seid startklar, wenn wir das nächste mal in Deutschland sind!

Wir sind also wieder da, wieder zu Hause. Es fühlt sich so an. Nach drei Wochen in Deutschland haben wir uns beide auf den Rückflug gefreut – auf unser kleines Häuschen, auf unser eigenes Bett. In San Bruno ist richtig Sommer, mit Temperaturen knapp unter 30°C. Während der Zeit in Deutschland ist das Gras überall gelb geworden. Kalifornien ist jetzt bis Ende November wieder der Golden State.

Auch sonst hat sich viel verändert. C hat uns ein neues Visum für 5 Jahre besorgt. Am Montag war mein letzter Tag bei Bonobos, denn ich darf mit dem neuen Visum nicht mehr arbeiten, bis mein Antrag auf Arbeitserlaubnis durch ist. Dennoch war es ein guter Zeitpunkt, denn Bonobos hat alle Mitarbeiter gebeten nach New York umzuziehen und ist dabei das Büro in Palo Alto zu schließen. Ich habe gerade also keinen Job, aber eine ordentliche Abfindung bekommen und zig Alternativen. Was für ein Kontrast zu letztem Jahr…

Es ist noch nicht gant klar was ich als nächstes machen werde, aber nach einigen Interviews bei großen Firmen tendiere ich jetzt eher wieder zu Startups. Es ist noch zu früh, um über konkrete Entscheidungen zu sprechen, aber ich halte Euch auf dem Laufenden. Eines ist aber klar: Der Spaß steht im Vordergrund. Das habe ich hier bereits gelernt.

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