Endlich kein Regen mehr in San Diego! (at Bahia Point)

Enough pancakes for the entire day (at Richard Walker’s Pancake House)

Im Anflug: San Diego

Während Ihr alle Eure Freitage bereits hinter Euch habt und schon ins Wochenende gestartet seid, müssen C und ich erstmal in Büro. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn wir fliegen heute Abend nach San Diego! Wir werden dort ein langes Wochenende verbringen, hoffentlich Surfen lernen und die fünftgrößte Stadt der USA erkunden. Ihr dürft Euch also auf Fotos freuen. Und: vier Wochen nach Weihnachten ist es ja auch mal wieder an der Zeit einen Tag Urlaub zu nehmen.

Ansonsten stand diese Woche ganz im Zeichen von Fahrrädern. Insgesamt haben wir nämlich drei neue Zweiräder gekauft. C hat endlich ihr Pendlerfahrrad, das bisher nur ausgeliehen war, von einer Arbeitskollegin übernommen. Zweitens habe ich mir endlich auch ein Caltrain-Bike zugelegt, nachdem mein Mountainbike ganz schön gelitten hat: ein schmuckes China-Bike für $100 von Target (einer großen Supermarktkette). Ehrlich, es sieht gut aus (weiß und giftgrün, voll 80s) und man kann es ganz gut fahren – wenn man die Acht im Hinterrad ignoriert und sich damit abfindet, dass die Bremsen eher Dekoration sind. Aber $100 sind $100 und ja auch nicht viel für ein Rad. Der Kracher der Woche war aber, dass C endlich ernst gemacht hat mit ihren Plänen, sich ein Mountainbike zu laufen. Nachdem wir unzählige Läden in San Francisco abgeklappert und uns Bullshit darüber, dass Frauen ganz andere Fahrräder als Männer benötigen angehört haben, fiel die Wahl auf ein Giant 29er. Mir war übrigens neu, dass 29" Räder jetzt der letzte Schrei in der Mountainbike-Szene sind, aber hier gibt es fast nur noch solche. Egal, das Bike ist top ausgestattet und sieht schnell aus. Hoffentlich werde ich nicht gnadenlos am Berg abgehängt. Ich freue mich auf die erste Tour!

Wandern, Kaffee, Konzert

Es gibt Neues bei uns in Kalifornien. Der Titel sagt ja beinahe schon alles. Aber langsam. Wir haben das letzte Wochenende genutzt, um eine richtige Wanderung zu machen. Wahrscheinlich habt Ihr das Foto vom Mount Montara ja längst gesehen. Wir waren zwar nicht ganz oben, sind aber durch schmale Serpentinen und Steigen ca. 700m hoch geklettert, bis uns die Zeit zur Umkehr gezwungen hat. Wir mussten den Parkplatz vor 17 Uhr verlassen. Der Aufstieg war anstrengend, aber wir wurden durch unglaublich Blicke über die Bay Area belohnt. Am höchsten Punkt hatten wir nicht nur eine tolle Aussicht auf den Pazifik und den Highway 1, sondern konnten sogar die Golden Gate Bridge und bis nach Oakland schauen. Einfach phantastisch. Wir kommen wieder und besteigen den Mt. Montara zu Ende – entweder zu Fuß oder mit dem Mountain Bike! 

Außerdem haben letztes Wochenende die Football-Playoffs begonnen. C und ich haben beim Siemens-Tippspiel mitgemacht und bis auf eine Begegnung gleich alles richtig getippt – leider ist im Spiel Denver Broncos gegen Baltimore Ravens unser Titelfavorit Denver ausgeschieden. Aber wir drücken ja sowieso den San Francisco 49ers die Daumen, die gerade gegen die Atlanta Falcons spielen (14:17 für die Falcons). Währen die Amis alle krass im Football-Fieber sind und das Light-Beer fließt, gibt es bei uns endlich richtigen Kaffee. Wir haben uns wieder eine Jura Ena 5 zugelegt und genießen seitdem Espresso und Latte Macchiato (hier fälschlicherweise La’tey gesprochen). Das entspannt außerdem die Kaffeesituation deutlich wenn Besuch hier ist. Mit fünf Personen war der olle Bialetti-Klon doch schon sehr überfordert.

Last but not least: Gestern Abend waren wir endlich in San Francisco auf einem Konzert. Die Budos Band aus New York war zu Gast. Die Jungs machen instrumental-Musik mit Bläsern, die insgesamt zwar sehr ambitioniert aber (zumindest für meine Ohren) etwas anstrengend war. Die Vorgruppe aus San Francisco versuchte sich an Funk, wobei man von Ginsengbonbons-Konzerten bessere Musiker (!!) und kreativere Bläserlines gewohnt ist. Kein Scheiß, jeder Song klang gleich und so konnte auch der sehr gute, Michael Jackson ähnliche Tänzer/Sänger, die Kohlen nicht aus dem Feuer holen. Insgesamt gab es doch wieder einige kleine Unterschiede an diesem Abend zu bestaunen. Komisch für uns: 21 Uhr in der S-Bahn (BART) und keine trinkt ein Bier zum Vorglühen! Und: am Einlass mussten wir unsere Ausweise vorzeigen, denn es wurde im Club Bier (oho) ausgeschenkt. Da darf man als Minderjähriger (unter 21) eben nicht aufs Konzert gehen. Das Publikum war daher deutlich älter als in Berlin üblich. Egal, es hat Spaß gemacht und nach 7 Monaten war ein Ausflug ins Nachtleben von San Francisco absolut überfällig!

Familienausflug

Hiking Mt. Montara. See the Golden Gate Bridge on the horizon? (at Montara Peak.)

Feuerwerk

Endlich richtiges Frühstück! Die Croissants sind noch im Ofen.

Comfort Zone

Ich bin kein Freund von Jahresrückblicken. So trifft es sich gut, dass ich hier in den USA von den entsprechenden Sendungen deutscher Fernsehsender verschont geblieben bin. Dabei hat 2012 für mich und C eine Menge Veränderungen gebracht. An Tagen wie diesem kann ich es kaum glauben, dass wir uns vor knapp einem Jahr daran gemacht haben, unser Abenteuer zu starten. Wir wollten weg, etwas neues erleben, aus unserer Comfort Zone ausbrechen. Comfort Zone beschreibt für mich nicht nur die Wohlfühlzone, sondern auch die bisherige Lebenserfahrung – das was man sich zutraut. Ich bin kein Freund von Veränderung, aber lieber bestimme ich was sich verändert, als dass ich alles auf mich zukommen lasse. Wenn wir vor einem Jahr von unseren Plänen erzählten, hieß es entweder “ihr spinnt” oder “ihr schafft das”. Im Nachhinein stimmte beides.

Ziel erreicht, Plan umgesetzt, was nun? Im letzten Jahr haben C und ich 148 Blogeinträge geschrieben, das entspricht in etwa einem alle zweieinhalb Tage. Ich habe nie Tagebuch geschrieben und bin selber überrascht, wie regelmäßig ich dran geblieben bin. Wahrscheinlich hoffe ich einfach, dass Ihr an uns dran bleibt, auch wenn wir 7.000 km weit weg sind. Dieses Jahr stehen richtige Visa auf dem Programm, denn es gefällt uns hier und wir wollen gerne noch etwas bleiben.  Außerdem wollen wir denen, die uns noch nicht besucht haben noch etwas Zeit geben das nachzuholen. Beruflich läuft es sowieso sehr gut. Fokus Freizeit: Wir wollen wir endlich Surfen lernen und wieder für ein paar Tage nach Hawaii fliegen. Unser Camper steht auch schon in den Startlöchern und wird zu den Lassen Volcanic und Yosemite Nationalparks  gesteuert, sobald es nachts nicht mehr so kalt ist. Es gibt also noch genug zu entdecken in Kalifornien.

Vorgestern sind meine Eltern abgereist, nun sind wir wieder alleine zu Haus. Ich habe die Zeit mit den beiden sehr genossen und gerne den Tourguide gespielt. Ich denke, sie haben verstanden was C und mich hierher gezogen hat und waren nicht nur von den 4l Milchkanistern beeindruckt (aber auch). Kommt bald wieder, Ihr Lieben!

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